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Städtetour nach Bremen
brementourthumbEin Verhängnis nahm seinen Lauf.

Eine der schwärzesten sportlichen Geschichten des  sonst so sehr erfolgreichen RSC Rietberg sollte am 17.05.2008 neu geschrieben werden.

Trotz widriger Witterungsverhältnisse trafen sich  die 7 Protagonisten, Ulli Rodejohann, unsere Quotenfrau, Thomas Snella, Franz Grönebaum, Helmut Küthe, Fritz Bönner, Gerd Habrich und der Vereins-Sunnyboy Peter Scholz pünktlich um 7 Uhr 30 um die geplante Städtetour nach Bremen, immerhin ca. 200 Kilometer unter die (Renn)-Räder zu nehmen.

brementour2 Franz Grönebaum fiel da schon durch sein außergewöhnliches Outfit auf. Er sah so aus,  als ob er einen Ausbildungskurs bei den Bundeswehr- kampfschwimmern machen wollte. Mit `ner Pressluftflasche auf dem Rücken hätte er - wenn es sein Renner mitmacht - auch unter Wasser weiterfahren können. Anders ließe sich der Vollgummianzug -absolut wasserdicht- mit dem er angetreten war,  eigentlich nicht erklären.

Wie sich später leider herausstellen sollte war er allerdings für das bevorstehende der einzig richtig Angezogene! Ganz anders unser Kollege „solsche Löscher" im vertraulichem Gespräch mit Bernhard gab er zum besten „isch han alles ausprobert - ne wate net ohn has kann a net nas werde" er war nämlich im Gegensatz zum „Schweiger" trotz der 11,2° C und dem vorausgesagtem Dauerregen - wie sich's für richtige Rennradfahrer gehört - mit kurzer Hose, Schuhe ohne Überzieher  kurzem Trikot, aber geschützt durch ein bizarres Windjäckchen angetreten.

Zudem war die RSC-Gruppe ausgerüstet mit der neusten GPS-Technik. Bei anfänglichem leichtem Regen ging es dann auf die Strecke. Doch dann kam nach ca. 15 Minuten gemütlichem Einrollen der wirklich richtig große Regen. Sollten Daniela und Christoph Bauschulte, die am Vortag Ihre Teilnahme abgesagt hatten, die einzig richtige Entscheidung getroffen haben, also nicht mitzufahren?

Ja, ja, ja.

Nach schlappen ca. 40 Kilometern bahnte sich die Katastrophe an. Das Highend GPS-Gerät

zeigte erste Schwächen und führte die Gruppe der anfänglich Harten immer wieder in Sackgassen oder ähnliches. Oder war es doch die Schwäche desjenigen, der damit auf dem Rennrad umgehen musste?

Klatsch nass bis auf die Haut, total unterkühlt und von dem prasselnden Dauerregen völlig entnervt, suchten die 7 Unentwegten Schutz in einem Geldautomatenvorraum einer örtlichen Sparkassenfiliale in Kirchdornberg. Dann wurde die bittere Entscheidung, die in der Form wohl noch nie vorher beim RSC Rietberg getroffen worden war, gefällt: DIE FAHRT WIRD ABGEBROCHEN! Unfassbar, aber wahr. Von dem trockenen und warmen Sparkassen-Refugium  aus sollte dann die „Bergung der Gestrandeten" per Handy koordiniert werden.

Für 4 Heroen, Thomas Snella, Franz Grönebaum, Helmut Küthe und „Nicht mehr ganz so Vereins-Sunnyboy" Peter Scholz, war die Schmach  nun doch zu groß. Sie fassten den kühnen Entschluss die Rückfahrt auf ihren, durch Dauerregen geschundenen Rennradboliden, zu machen und fuhren nach kurzer Überlegung los, Richtung Heimat.

brementour1 Die letzten 3, Quotenfrau Ulli Rodejohann, Fritz Bönner und Gerd Habrich versuchten die Lebensgeister wieder zu erwecken, indem sie in einem der Sparkassenfiliale benachbarten SB-Markt, mit angeschlossenem Stehcafe, warmen Kaffe tranken. Unbestätigten Berichten zur  Folge wurde sogar ein Notkauf von 2 Damen T-Shirts, die als Sonderangebot eines namhaften deutschen Kaffeerösters in dem Supermarkt auslagen,  getätigt. Ohne zu Zögern soll ein männliches Mitglied des Trios sich die neuen Damen T-Shirts noch im Verkaufsraum übergestreift haben, um wieder etwas Trockenes und Warmes auf seinem gepeinigtem Körper zu spüren.

Der per Handy herbei gerufene Retter Gerd, Ehemann von Ulli Rodjohann kam dann endlich mit seinem Transporter und packte die 3 Häufchen Elend ein und brachte Sie unbeschadet zurück nach Hause. Schon während der Heimfahrt bewegte die Geschlagenen nur ein Frage:

Wie kann so ein Desaster verarbeitet werden? Sollte doch die Bremenfahrt als Praxis-Härtetest für die in Kürze anstehende Vereinsetappenfahrt nach Prag dienen. Welcher Mentaltrainer würde in der Lage sein, die Gebrochenen in der noch verbleibenden, sehr kurzen Zeit wieder aufzubauen?

 

 

 
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