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Supercup Warburg 2007
warburgDen Besenwagen immer im Nacken

Endlich mal ne richtig große Truppe aus Rietberg beim Supercup. Eine Fahrerinn und  9 Fahrer hatten sich entschlossen am Warburger Supercup teilzunehmen. Neben den Serienfahrer Thoma, Peter und Klaus (als ich) sind da noch Ulli unsere Allesfahrerfrau, Franz, Dirk, Michael, Ralf, Gerd und Helmut am Start. In dieser Formation nahm das Drama seinen Lauf ...

... die Vorstellung war einfach die, das wir mal eben die 242 km mit 2800 hm abspulen und dann zum gemütlichen Teil übergehen. Der Wetterbericht kündigte schon Tage vorher an, dass das so einfach nicht werden wird.

Da stehen wir 10 am Start und warten auf die Freigabe des Rennens. Der Startschuss fällt und los geht's. Bis zur ersten Kontrolle geht es zügig voran, keine Berge nur drohende Regenwolken von oben. An der Kontrolle holen wir uns eben schnell den Stempel, dann wird weiter gekurbelt. Es bildet sich eine Gruppe in der Thomas, Peter, Helmut, Gerd, Michael und Klaus die Köpfe etwas tiefer nehmen. Es läuft gut, das Tempo stimmt und ruck zuck sind wir bei leichtem Regen an der zweiten Kontrolle. Aber genau in dem Moment wo wir vom Rad steigen zeigt Petrus uns, auf was wir uns einzustellen haben. Es schüttet wie aus Eimern. Gut das wir uns unter stellen konnten.

Der Regen lässt auch nach einiger Zeit nicht wirklich nach und so entschließen sich Franz, Thomas, Gerd und Klaus weiter zu fahren. Vorher musste Gerd aber noch für kleine Radprofis. Wir warten und warten, Gerd kommt nicht zurück. Ist der da angewachsen oder was? Uns wird kalt und wir beschließen los zu fahren. Es regnet, das ist mein Element. Kurz warm fahren und dann geht die Post ab. Die Tachonadel steht auf 42 km/h. Wir kurbeln, als wenn einer hinter uns her wäre. Lange Reihe, so fahren wir durchs Land. Die kleinen Anhöhen, also die Schüppen Sand die der liebe Gott hat fallen lassen, bringen die Geschwindigkeitsanzeige nicht wirklich nach unten. Da muss doch einer hinter uns her sein. Ich fühle mich gut, über nehme die Führung und lege noch mal einen drauf. Und dann die erste Bergwertung. Es geht bei 10% ca. 2 km den Berg hoch. Die Selektion hat begonnen. Thomas unser Rookie , wie sollte das anders sein, fährt mal locker vorne weg. Ich kurbel den Berg hoch und verstehe die Welt nicht mehr. Franz, der Schweiger und Bergspezialist fährt hinter mir, booh ey! Die Serpentienen hoch, dann wird oben auf Franz gewartet. Und da war doch einer hinter uns her. Direkt hinter Franz kommt Gerd. Der ruft nur: " Jetzt fahre ich mal vorne". Sagt's und weg war er. Wir drei versuchen uns einzureihen, was sich später dann rechen sollte. Also Kopf tief, die Gesichtsfarbe steht zu mindest bei mir auf Anschlag, tief rot. Nach 3 km haben wir Gerd kurz vor dem nächsten Berg eingefangen. An diesem besagten Berg ergeben sich dann die Fahrerpaarungen, die bis zum Ende beieinander bleiben sollten. Gerd und Thomas fliegen den Berg nur so hoch, weg sind sie. In der zweiten Gruppe hatte sich die bekannte Reihenfolge eingestellt.

Bei der dritten Kontrolle langen Franz und ich erst mal richtig zu. Bananen, Kuchen und was sonst noch so geht. Wir wollen gerade wieder los fahren, da kommen Dirk und Michael. Heeee, wo ist der Wilier-Käpten? Peter ist hinten, was ist denn da los? Nah gut, wir fahren erst mal weiter. Es geht in den Solling. 4 km so um die 10% geht es den Berg hoch. Ich trete locker rund Meter für Meter weg. Irgend wann schaue ich mich um, keiner mehr da. Neee neeh? Jetzt musste ganz alleine durchs Gelände, geht mir durch den Kopf. Oben im Solling angekommen werden ich von Blitz und Donner empfangen. Hab ich was verkehrt gemacht? Ist das die Strafe Gottes, weil ich Franz am Berg allein gelassen haben? Ich zieh mir schnell noch meine Regenjacke über, die ich am Berg ausgezogen hatte und dann legt der Regen auch schon wieder los. 6 km noch dann ist Mittag.

Gerd und Thomas bunkern schon Kohlenhydrate als ich an der Essensstation ankomme. Auch ich hole mir einen großen Teller Nudeln und fange an zu löffeln. Das war mehr als notwendig, da ich leichte Erschöpfung feststelle. Die Nudeln werden mit Iso-Getränk runtergespült, hmmmm echt lecker. Franz ist auch schon da und stopft sich ebenfalls die Nudeln rein und murmelt irgend was von "Hier stimmt was nicht, das ist viel zu schnell". Oh oh! Nach dem wir uns ausgeruht haben und losfahren wollen, kommen Dirk und Michael an. Die erste Frage von uns: "Wo ist Peter?". Dirk: "Den haben wir bei der letzten Kontrolle gesehen. Der sieht völlig sch.... aus. Total blass". Oh Gott, denke ich, hoffentlich kommt der durch. Das Vierer-Team macht sich auf zur nächsten Kontrolle.

Es geht erstmal Bergab, so haben Franz und ich die Chance mit Thomas und Gerd mit zu halten. Das klappt wunderbar bis zur nächsten Schüppe Sand, die richtigen Berge liegen ja hinter uns. Also fahren wir beide ab hier wieder alleine. Unser Moppe: Berghoch wie ne Schnecke, es fehlt die Power und Bergab volle Dose. Das klappt nur eine kurze Zeit, da ich nach dem durcheinander von Nudeln isotonischen Getränken und Powergel Magenkrämpfe bekomme. Jetzt hat es auch dich erwischt, denke ich. Das rennen ist zu Ende. Du wirst im Besen wagen ins Ziel gefahren. Glücklicher Weise kommt die vorletzte Kontrolle. Wir steigen vom Rad und Franz murmelt schon wieder was von "Das ist viel zu schnell". Ich schieben mir wider jeglicher Vernunft weiter Bananen und Iso-Getränk rein. Dann noch ein Powergel hinter her. 5 Minuten ausruhen und siehe da, es fährt wieder.

Auch wenn Franz das viel zu schnell ist, mein Magen tut's wieder und der Druck in der Pedale stimmt auch. So donnern wir bei starkem Gegenwind, der Regen hat aufgehört, dem Ziel entgegen. Mein Windschatten muss wohl einmalig sein, Franz lässt sich gar nicht mehr  vorne sehen. Bis zur nächsten Kontrolle kurbeln wir die Kilometer so weg.

Noch einmal essen fassen. Von Gerd und Thomas ist nichts zu sehen, die sind schon auf der letzten Etappe. Auch Franz und ich nehmen die letzten 20 km unter die Räder. Wir werden belohnt, denn es gibt für die nächsten 10 km Rückenwind. Die letzten km müssen dann wieder voll Gegenwind gefahren werden. Wir kommen 20 Minuten nach Gerd und Thomas rein. Wann Peter wohl kommt?

Wir packen erst mal in aller Ruhe die Räder ein und ziehen uns dann um. Nach 30 Minuten ist immer noch nichts von Peter zu sehen. Nah gut, wir fangen schon mal mit dem Weizen an, natürlich Bleifrei.

Was macht Peter? Nach einer Stunde kommt  dieser Lapp völlig erschöpft, immer kurz vor dem Besenwagen fahrend ins Ziel. Völlig fertig läuft der erstmal an uns vorbei ohne uns zu bemerken. Hoffentlich geht das wieder weg! Dann kommt der mit einem  Weizen (mit Geschmack) zurück und erzählt uns, das er jetzt in den Halma-Club Rietberg wechselt. Nah ja, was soll ich sagen, nach dem ersten Weizenbier scheint Normalität ein zu kehren. Peter gibt sich zum Besten: "Wenn ich nicht die Supercup-Serie fahren würde, hätte ich mein Rad in den Graben geworfen, aber auf den letzten Kilometern hab ich dann noch mal richtig Feuer gemacht!". Alles liegt vor Lachen unter den Tischen. Peter ist wieder der alte, Gott sein Dank!

So ganz nebenbei haben wir in der Mannschaftswertung den 2. Platz gemacht, was uns zwei Flaschen Sekt und eine Urkunde eingebracht hat.

 
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