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Trier - Nicht nur Supercup
trier01Supercup mit Kultur und das Drama am Weinberg

Wer nach Trier fährt um einen Supercup zu fahren, der muss auch die Sehenswürdigkeiten in Trier besuchen. Haben wir brav gemacht. Was man da alles sehen kann und mehr zum Drama am Weinberg könnt ihr hier lesen.

trier03Ulli und ihr Gerd, Thomas, Anja und Klaus (also ich) haben sich für den Supercup in Trier verabredet. Ich fahre mit Anja am Freitagmorgen  nach Trier, um uns vor der Arbeit noch ein bisschen Kultur an zu tun. In Trier angekommen geht's gleich in den Kulturdschungel. Als erstes gehen wir in den Dom. Ehrfürchtig schauen wir uns alles genau an und erbitten Beistand am Weinberg. 

Der Dom St. Peter in Trier ist die älteste Bischofskirche Deutschlands, und Mutterkirche des Bistums Trier. Das bedeutende sakrale Bauwerk abendländischer Baukunst steht seit 1986 zusammen mit der unmittelbar benachbarten Liebfrauenkirche auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Mit einer Länge von 112,5 m und einer Breite von 41 m ist der Dom das größte Kirchengebäude der Stadt Trier.  (Quelle: Wikipedia)

triet04Anschließend sind wir zum römischen Stadttor gelaufen, der Porta Nigra. War aber eher langweilig. Ein staubiger alter Bau aus dem 2. Jahrhundert n.Ch..

Die Porta Nigra (lateinisch für Schwarzes Tor) ist ein ehemaliges römisches Stadttor. Es gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist das Wahrzeichen der Stadt Trier. Der Name Porta Nigra stammt aus dem Mittelalter. Ein anderer Name lautete Porta Martis (das Tor des Mars). Von den Trierer Einwohnern wird die Porta Nigra meist nur als "Porta" bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)

Als nächstes haben wir den "Steipe" besucht. Kennt ihr nicht? Kein Wunder, das ist ein Restaurant. Wir hatten Hunger. Wir bestellen uns was typisches für die Region, eine russische Spezialität. Anschließend noch ein dickes Eis, alles für den nächsten Tag. Danach geht's zurück ins Hotel. Dort treffen wir die anderen. Am Abend haben wir dann gemeinsam Kalorien gebunkert und sind dann früh ins Bett.

Ab hier sollte der leicht beseidete Leser, die Weicheier und diejenigen, die gegen die derbe Aussprache sind lieber im Micky-Maus-Heft Weiterlesen.

Ich hab euch gewarnt! Also pünktlich um 4:15 Uhr schlagen meine Augen auf. Ihr wollt wissen warum? Ist doch klar, der Wecker hat geklingelt. Mein Magen rumpelt, als wenn da ne Buttkarre voll Kartoffeln in den Keller rollt. Ich starte durch auf die Toilette, Dünnpfiff der "Hors Catégorie". Hoffentlich komme ich hier noch rechtzeitig wieder runter. Das klappt, mir ist aber richtig schlecht.

Anja klopft an die Zimmertür, um mich zum Frühstück abzuholen. Ich gehe mit und versuche ein Brötchen zu essen. Der Rest der Mann- und Frauenschaft haut rein, als würde es den ganzen Tag nichts mehr geben.

Mir geht es wirklich nicht gut, dennoch setze ich mich mit ins Auto, um zum Startort zu fahren. Unglaublich, der Schweiger-Franz empfängt uns. Sagt nichts und ist bei jedem Supercup dabei. Meine Freude hält sich in Grenzen, da sich der Druck in der Buchse erhöht. Ich setze zum zweiten Sprint des frühen Morgen an, um die Gemeinschaftstoiletten zu erreichen. Zwanzig Toiletten, 16 mit dem Schild "Defekt" versehen und vier besetzt. Super, jetzt hätte ich gerne 'nen Cup. In aller letzter Sekunde geht eine Tür auf. Noch bevor der Typ da rauskommt stürme ich den Ort, wie damals die Franzosen ihre Bastille. Noch mal Dünnpfiff "HC" und damit's nicht langweilig wird kotze ich noch hinterher. Geholfen hat das alles nicht wirklich. Der Magen kneift weiterhin. An Aufgeben ist nicht zu denken. Ich fahre keine 400 km nach Trier, um dann die Bettdecke von unter zu betrachten.

trier02Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, dann fällt der Startschuss. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen mit unserer Radfahrelfe Ulli die Runde zu machen. Wir sitzen auf dem Rad und Ulli schreit nach 50 m "Stooooop, ich habe meine Trinkflaschen vergessen". Zu spät zum bremsen, Anja, Thomas, Franz und ich sind schon hinter der nächsten Kurve. Eigentlich sollten wir jetzt ein schlechtes Gewissen haben, aber Ulli fährt eh mit Gregor, dem Sprinter aus Schloß Neuhaus.

 Die Vierergruppe fährt mit den anderen 296 Startern über die Mosel in die Weinberge. Mir geht es dreckig, kann das Tempo unserer Gruppe aber halten. Nach 35 km erreichen wir die erste Kontrolle. Essen kann ich nichts und das bisschen was ich trinke pinkel ich gleich wieder aus. Dann wird die 2. Etappe des Tages unter die Räder genommen. Die erste Steigung von max. 10%, im mittel 5,6% schaffen wir alle mit Bravur. Am Berg, also da wo ich richtig arbeiten muss, merke ich meinen Magen nicht. Hoffentlich kommen noch mehr Berge.

An der zweiten Kontrolle versuche ich noch mal einen Toilettengang, da mir so lächerlich am Hintern triet05ist. Vergeben's, alle Türschlösser auf ROT. Mir kommt der Sensenmann aus dem Dom in den Sinn!?. Jetzt stehe ich da mit der Preisfrage: Luft oder Land? Da ich zu diesem Zeitpunkt die Frage nicht beantworten kann, verhalte ich mich ruhig, auch wenn der Magen kneift und die Augen grün unterlaufen sind. Ich nehme mir noch ein Käsebrot und schwinge mich auf's Rad. Die Anderen warten schon. Beim fahren Brot essen geht nicht wirklich. Als wir über die vor uns liegende Moselbrücke fahren bekommen die Fische den Rest. Dann folgt ein langer Anstieg aus dem Moseltal heraus. Anja, Franz und Thomas fahren im Gleichtritt hoch ohne mich zu beachten. Auf ausdrücklichen Wunsch von mir: "Lasst mich endlich in Ruh!" folgen die drei meiner Anweisung, wenigsten das funktioniert. Dieser und die folgenden Anstiege machen mir sportlich keine Probleme, nur der Magen fährt weiter gegen der Uhrzeigersinn.

Nach 106 km, die Hälfte ist geschafft, komme ich an die dritte Kontrolle. Erste gute Nachricht: Die Drei haben auf mich gewartet. Zweite gute Nachricht: Es  gibt zu Mittag Suppe, könnte was für mich sein. Der erste Gang jedoch geht zur Toilette. Zwei Türen, zwei Schlössen, zwei Mal ROT. Das gibt's doch gar nicht! Ich rufe verzweifelt: "He, Jung's aufwachen"! Was soll ich euch sagen, alle beide hatten erbarmen mit mir. Ich reiß mir die Kleider vom Leib und setze mich auf den Topf. In dem Moment lasse ich einen Krachen, das auf der anderen Toilette der Deckel hoch fliegt. So'n Typ am Pinkelbecken ruft ganz entsetzt: "Jemand verletzt???" Gott sei Dank, nein. Im Gegenteil, jetzt geht es mir erstmalig wieder besser. Wenn ihr mich fragt, der Pups saß einfach nur quer und damit ist die Preisfrage auch beantwortet: "Luft"!

Also, nach dem ich das achte Weltwunder in die Keramik geschossen hatte, schmeckte sogar das Mittagessen wieder. Meine drei Begleiter sind erste Klasse. Die haben auf mich gewartet und als wir dann losfahren bekomme ich freies Geleit. Thomas vor mir, Anja hinter mir und der alte Mann in der Mitte. So geht es durchs Gelände. Meine Magenschmerzen haben sich im wahrste Sinne des Wortes in Luft aufgelöst.

Wir donner jetzt alle vier im gewohnten Formationsflug durch die sehr anspruchsvolle hügelige Landschaft. Irgend wann bei voller Fahrt höre ich Anja von hinten rufen: "Ich muss Pipi, ich komme nach!" Anders geht das auch nicht, da die beiden Tiefflieger vor mir davon nichts mitbekommen haben und ich den Windschatten aus nutzen möchte. Das geht bis zum nächsten Anstieg. 12% max. im Mittel 7% und 2 Kilometer lang. Berg hoch hänge ich da jetzt wie so'n nasser Sack. Oben angekommen, rauscht Anja an mir vorbei und ruft: Komm, häng dich hinten rein!" Heeeeeeh, so schnell kann ich nicht mal gucken wie die da dran vorbei fährt, geschweige denn hinten rein hängen. An der nächsten Kontrolle haben die drei wieder brav auf mich gewartet. Danke!

Die letzten 25 Kilometer starten mit einem 6 Kilometer langen Anstieg, der im Mittel 4% und max. 11% hat. Was jetzt passiert könnt ihr euch denken. Klaus allein am Berg. Oben angekommen, mir geht es gut, nehme ich den Kopf tief und donnere mit 42 km/h hinter dem Trio her. Das glaubt jetzt keine, oder? Ich hab euch verschwiegen, dass es bergab geht und das bis ins Ziel. Ob ich die drei wohl noch stellen kann? Ich kann!!! Unter freundlicher Mithilfe der Deutschen Bahn, die den dreien per Bahnschranke den Weg versperrt hatte. Die Schranken waren gerade wieder hoch und die drei im Sattel, als ich durch eine triet06Kurve brettere und das Trio entdecke. Das ist meine Stunde denke ich, steige aus dem Sattel und dresche mit voller Wucht an der Gruppe vorbei. Ich kurbele was das Zeug hält und denke: "Sieg, Sieg, Sieg!". Ich schau mich kurz um und stelle fest, dass meine Gedanken reichlich naiv waren. Thomas hängt mir im Getriebe und die anderen beiden ruhen sich im Windschatten aus.

Das Quartett erreicht um kurz vor 16:00 Uhr das Ziel und ist froh, das alle Heil und Gesund  wieder angekommen sind. Auch unsere Elfe mir dem Neuhäuser Sprinter sind wohlbehalten um 18:00 Uhr ins Ziel eingefahren.

 

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(Die Asphalthelden aus Rietberg) 
 
 
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