Sonntag der 23.09.2007 meine erste CTF
ausgeschrieben Country-Tourenfahrt. Ort des Geschehens
Engter/Bramsche, es war die mittlerweile 13. Engteraner Wadenkneifer
CTF des Tus Engter 1925 e.V., Streckenlängen 20, 30, 50 und 75Km
dementsprechend gab es von 1 bis 4 Punkte, soviel zur den
Voraussetzungen.
Kurzentschlossen bin ich mit Anja,
Bernhard und Michael L. am Sonntag Morgen in Engter an den Start
gegangen, nicht genau wissend was mich dort erwartet. Die Erklärung
im Breitensportkalender lies mich vorsichtig optimistisch sein, das
ich auch mit dem Crossrad die Strecke bewältigen könnte.
Am Start bot sich dann folgendes Bild
ca. 400 Mountainbikes, 2 Crossräder und ein Laufroller.
Trotzdem war ich guter Dinge und so radelten wir in Begleitung des
Gütersloher Radsport Clubs los. Die ersten 20 km waren flach,
sie führten uns zum Mittellandkanal und weiter über
Feldwege zur ersten Verpflegungsstelle nahe der Autobahn. Schon hier
wurde mir klar die 75 km werde ich nicht auf einer Pobacke absitzen
können. Mir kam dies erste Teilstück ziemlich lang vor, ich
sehnte förmlich die Kontrolle herbei. Dort herrschte eine reges
Treiben, das Hauptfeld der Starter war ein Weile vor uns gestartet.
Deshalb war ich etwas verblüfft dort noch so viele Biker
zutreffen. Egal, Energiespeicher aufgefüllt und weiter besondere
Schwierigkeiten gab es bis hierher nicht. Kurz darauf bog die 25 km
Strecke links ab und wir fuhren natürlich rechts weiter und wie
sollte es auch anders sein, folgten gleich die ersten richtigen
Waldpassagen. Was nun folgte war ein munteres bergauf und bergab,
zwischendurch kurze Straßenpassagen bevor es wieder in Natur
ging. Ein Mountainbiker sagte zu mir das er überrascht war wie
gut ich mit dem Crosser im Gelände zurecht kam. Und kurz vor der
Streckenteilung 50/75 km ereilte mich ein Ausruf einer
Mountainbikerin „Eh! da will uns einer mit einem Rennrad überholen“
Das tat ich dann auch, wand vorher aber noch ein das dies kein
Rennrad sei, sondern ein ... weiter kam ich leider nicht. An der
Streckenteilung trafen Anja und ich den zuvor überholten
Holländischen Rollerfahrer, wir plauderten ein wenig und er
erzählte das er dies Jahr schon 15000 km mit dem Roller gefahren
ist und bei Paris-Brest-Paris starten wollte, jedoch stürzte er
bei der 600 km Qualifikation und brach sich den Ellebogen. Ein
anderen Radfahrer war ihm ins Hinterrad gefahren.
Wir vier bogen rechts auf die 75 km
Strecke ab, die gleich mit einem Anstieg auf uns wartete in dem wohl
eine ganzes Haus in seinen Einzelteilen lag. Die Strecke wurde noch
anspruchsvoller, die Anstiege wurde länger und steiler, ebenso
die Abfahrten. Auf einer dieser Abfahrten erwischte es mich dann, es
ist hinterher immer schwierig zu sagen wie es dazu kam. Falsche
Fahrlinie, zu hohe Geschwindigkeit, Platten oder schwieriger
Untergrund es spielten mit Sicherheit mehrer Faktoren eine Rolle,
wobei meine hohe Geschwindigkeit letztlich der entscheidende Auslöser
war. Nach der unsanften Landung auf der linken Schulter und Hüfte
und einer sofortigen Kontrolle des linken Schultergelenks, das sich
noch gut bewegen lies, zwar weh tat, war die Geschichte noch einmal
glimpflich ausgegangen. Der Crosser sah bald schlimmer aus als ich
der Vorderreifen platt, der Vorbau samt Lenker verdreht, Kette ab und
Sattelneigung verstellet. Links vom Weg war ein sonniges Plätzchen
auf dem wir uns niederließen und die Dinge geschehen ließen
die da auf uns warteten. Wie sich herausstellte hatte ich zwar einen
Ersatzschlauch dabei, aber erstens vom Rennrad und zweitens mit einem
zu kurzen Ventil, so dass ich keine Möglichkeit hatte den
Schlauch aufzupumpen. Die Mountainbiker konnte mir auch nicht helfen,
und wie Ihr vielleicht erinnert waren nicht besonders viel Crosser
unterwegs, also blieb da nur das Flickzeug. Es stellte sich in der
nächsten halben dreiviertel Stunde heraus, dass ich wohl einige
Meter mit einem platten Vorderreifen gefahren bin. Insgesamt 8 Löcher
davon 2 Durchschläge mussten repariert werden. Die Sonne schien
was fehlte war der Picknickkorb, drum fuhren wir auch weiter, ich
testet alle Funktionen am Rad und rollte mit gemach über den
Rest dieser Schotterstrecke. Der Vorderreifen hielt, die
Sattelneigung noch eingestellt und es konnte weitergehen. Dieser
Teilabschnitt war eine Schleife wir passierten den zweiten
Kontrollpunkt, der aber nicht mehr besetz war und fuhren weiter zur
dritten Kontrolle allmählich schwanden die Kräfte die
Muskulatur krampfte, der Masseur musste tätig werden, und das
nur 300m von der 3.Verpflegungsstelle entfernt, dort gab es eine
Besonderheit einen 30 m hohen Aussichtsturm, von dem man weit ins
Osnabrückerland blicken kann. Der letzte Abschnitt begann mit
einer tollen Abfahrt auf weichen Waldboden, wir passierten
geschichtsträchtigen Boden „Kalkriese“ wo einst die
„Varusschlacht“ der Germanen gegen die Römer stattgefunden
hat. Unser Weg führte uns noch über weitere Feld- und
Waldwege bergauf und bergab bis zur finalen Abfahrt, auf der ich zu
guter letzt meine Trinkflasche samt Halter verlor, beides aber nach
kurzer Suche wiederfand, mich wunderte nur warum es nicht schon viel
früher passiert ist. Zur Beschilderung ist folgendes zu sagen
auf den Straßenabschnitten wurden Wegweiser wie bekannt
eingesetzt, wenn Ihr jetzt denkt, das die im Wald überall
Pflöcke mit Hinweisschildern aufgestellt seit Ihr aber auf dem
Holzweg. Die Streckenführung wurde mit „rot - weißem -
Absperrband“ abgehängt, das sah folgendermaßen aus:
mehrere ca. 1m lange Stücke hingen in einem gewissen Abstand
voneinander auf der linken Seite. Bedeutet nächsten Weg links
abbiegen, wenn man richtig abgebogen ist, war anschließend auf
beiden Seiten vom Weg ein rot - weißes - Band angebunden. Im
Prinzip ganz einfach, Fähnchen rechts - Rechts abbiegen,
beidseitig geradeaus. Soviel zur Theorie in der Praxis stellte sich
dies etwas schwieriger dar, tolle Abfahrt zu hohe Geschwindigkeit
schwub vorbei, oder die unterschiedlichen Lichtverhältnisse
erschwerten manchmal die richtige Abzweigung sofort zufinden. Oder es
macht sich jemand einen Jux daraus die Fähnchen umzuhängen
wie es uns kurz vor der finalen Abfahrt passiert ist, wir haben
trotzdem das Ziel erreicht. Übrings die Beflaggung im Offroad
Bereich haben die Engteraner aus Holland übernommen.
Und was meint Ihr, wie fällt mein
Urteil aus? Es hat sehr viel Spaß gemacht und es ist toll im
Gelände zufahren. Gute Ausrüstung sollte dabei sein, das
nächste mal werde ich besser bestückt starten, d. h. ein
besser zwei Schläuche, Luftpumpe, Flickzeug und einen guten
Flaschenhalter. Des weiteren nehme ich immer mein Handy mit, dies
sollte eingeschaltet sein. Auf neuen Strecken können Karte und
Kompass hilfreich sein, denn mit der Streckenbeschreibung hätte
ich nicht zum Ziel gefunden. Also rundherum eine gelungene
Veranstaltung die neben Quälerei viel Spaß machte und eine
Empfehlung wert ist.
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