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Bönner-Tour nach Köln

Fritz hatte mal wieder Sehnsucht nach dem Kölner Dom, wollte aber nicht allein fahren und vor allen Dingen nicht mit dem Zug oder mit dem Auto. Er fand vier Vereinsmitglieder, die ihn bei der Reise begleiten wollten.

Leider erkrankte Anja D. einen Tag, bevor die Tour gestartet wurde. Am 28.08.2010 trafen sich Uli R., Helmut K., Fritz, B. und Norbert B. um 08:00 Uhr am Lind-Hotel. Die Fahrtroute war von Fritz bereits festgelegt und sollte über das Sauerland in südwestlicher Richtung nach Köln gehen. Angenehmes Wetter war nicht zu erwarten, das kündigte sich schon über die ganze Woche an. Regenzeug, Armlinge und warme Unterkleidung gehörten schon zur Grundausstattung am Start. Bei relativ trockenem aber kühlem Wetter ging es dann Richtung Möhnesee. War die Strecke bis dorthin noch einigermaßen flach, so kam jetzt doch der ein oder andere Höhenmeter auf uns zu. Doch bereits in Arnsberg wurden unsere Vorahnungen wahr. Erst ein bisschen Nieselregen aber dann zog Petrus alle Schleusen auf. Regenjacken an und weiter ging's. Wir wollten uns ja vom Wetter nicht aufhalten lassen. So sollte es dann auch weitergehen: Regenjacken an - Regenjacken aus.

Bevor wir den Sorpesee erreichten, zeigte uns erst einmal das Sauerland, dass man nicht unbedingt nach Bayern fahren muss, um steile Anstiege und die damit verbundenen tollen Abfahrten zu finden. Landschaftlich hat das "Land der tausend Berge" sowieso sehr, sehr viel zu bieten. Die Ausblicke von den Bergspitzen waren wunderbar. Am Sorpesee stellte sich dann der Hunger ein und so kam die Kontrollstation der Gevelsberger 16-Talsperren-RTF gerade recht. Fritz fragte mit leidender Miene, ob er eine Banane bekommen könnte und schon bot man uns die ganze Bandbreite der zur Verfügung stehenden Köstlichkeiten an. Ein Hoch auf die Gevelsberger Radsportfreunde.

Doch als die Tour dann weiterging, sollte der Regen mit kalten Temperaturen seine Vormachtstellung bekommen. Nichtsdestotrotz ging es dann bis Plettenberg, wo Helmut und Norbert erst einmal eine falsche Kreiselausfahrt benutzten und ca. 3 km eine stark ansteigende Straße hinauf fuhren. Alles Rufen und Pfeifen von Fritz und Uli brachten gegen den starken Wind nichts. Erst jetzt rächte sich das Versäumnis, Mobilfunknummern schon vor der Tour ausgetauscht zu haben. Doch Fritz schaltete schnell, rief  Monika (Gattin von Helmut) zu Haus an und die funkte wiederum Helmut an, dass wir zum Kreisel zurückkommen sollten. Wo ist das Problem?

Nach der Wiedervereinigung führte der Weg weiter Richtung Meinerzhagen. Jetzt ging es aber los. Die Temperatur fiel bis auf 9° Celsius zurück. Um nicht von einem Hagelschauer voll und ganz getroffen zu werden, stellten wir uns an einem Supermarkt unter. Erfreulicherweise war auch ein Cafe' angegliedert und wir konnten uns die Zeit bei Kaffee und Kuchen vertreiben. Als die Hagelschauer beendet waren, konnten wir dann trotz Regen und Kälte unsere Fahrt fortsetzen. Nach Meinerzhagen folgte der Ort Dohrgaul . Dieses Dorf hatte Fritz von seinen früheren Fahrten nicht vergessen. Ohne Vorwarnung eine Rampe, dass einem "die Augen aus dem Kopf kamen". Uli hätte sich beim Runterschalten fast vertan, so schnell ging es von einer leichten Abfahrt gleich in eine starke Steigung bis zu 15%. Es folgten noch einige moderate Anstiege aber das Gröbste war dann erledigt. Wir radelten dann über Bergisch-Gladbach in die Rhein-Metropole nach Köln. Nach unendlich vielen Ampeln erreichten wir dann über das Konrad-Adenauer-Ufer, entlang des Rheins, unser Domizil "Hotel Lyskirchen". Fritz ging das Herz auf, denn er hatte seinen Kölner Dom vor Augen. 219,08 Kilometer  und 1.815 hM standen um 19:15 Uhr auf dem Tacho. Trotz permanenten Gegenwind und den genannten Regenschauern ging es uns aber noch relativ gut und beendeten den Tag bei Grillhaxe und einigen Gläsern Kölsch in der Altstadt. Großes Dankeschön an Klaus Kriener, der sich zufällig auf einer Wochenendreise im Rheinland befand und unsere "Zivilklamotten" zum Hotel gebracht und dort wieder abgeholt hat.

Nach der wohlverdienten aber kurzen Nachtruhe und einem guten Frühstück (Hotel war wirklich gut und kann wärmstens weiter empfohlen werden) ging es nach Plan weiter. Erst einmal zum Dom und dann mit dem Zug nach Hamm/Westf. Doch kaum ausgestiegen ging's  wieder los. Regen, Regen, Regen. Bis zur Ankunft in Rietberg sollte sich das Wetter nicht mehr ändern. Während Uli und Norbert in der Nähe von Herzfeld von Kaffee und Kuchen laut träumten, favorisierte Fritz ein heißes "Bratwürstschen". Unterstützt wurde er von Helmut. Die beiden setzten sich durch und bogen in Herzfeld rechts ab nach Lipborg, da dort eine Kirmes angezeigt war. Die Route verlassen und 8 Kilometer gegen den Wind und Regen gefahren, nur wegen dem "Würstschen". Wahnsinn!! Aber wir waren ja eine homogene Gruppe, lachten selbst darüber und gemeinsam ging es dann aber wieder zurück, Richtung Heimat. Gegen 16:30 Uhr und 91 Kilometern Tagesleistung erreichten wir wieder Rietberg.

Trotz der widrigen Umstände war es doch eine schöne und erlebnisreiche Tour, die zwar nicht leicht aber auch nicht zu hart war. Wäre schön, wenn sich bei der nächsten Bönner-Tour wieder mehr Mitfahrer/-innen beteiligen würden.

 

 

Boenner-Tour2010_015

nobu

 
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